Montag, 3. Juni 2013

Vornamen - ihre Herkunft und ihre Bedeutung

Ich habe mich - ehrlich gesagt - noch nie tiefergehend mit meinen Vornamen auseinandergesetzt. Ja, mit meinen! Plural! Denn das ist Familientradition bei uns, jeder hat mindestens zwei. Mein Vater hat drei, dessen Vater sogar vier; alle unsere fünf Kinder haben zwei, zuzüglich diverser Kosenamen, versteht sich.



Alfred the Great. Date 13th century



Dieser Fakt - sich mit mehreren Namen angesprochen zu fühlen - hat uns Kinder nie weiter beschäftigt, es war einfach kein Problem und daher eigentlich nicht der Rede wert. Die Vor- und Kosenamen waren nach "Papa" und "Mama" immerhin die ersten Wörter, die mein Sprachhirn neben denen anderer realer oder virtuell erlebter Familienmitglieder erreichten und anfüllten. Feinsinnige Differenzierungen der Anrede waren so möglich: wurde der "erste" Vorname verwendet? Gar abgekürzt? Scharf gesprochen? Oder der "zweite", zärtlich und liebevoll? Eventuell sogar alle Vornamen, äußerst pronociert?

By the way, das war der schärfste Tadel, sozusagen eine gewaltfreie Ohrfeige.


Sprachwitz und Gedächtniskunst

Also, wie gesagt, eigentlich kein Thema, obwohl Namen und Vornamen in unserer Familie natürlich immer wieder mal Thema waren. Allerdings nicht ernst- sondern eher scherzhaft. Da wurden Silbenrätsel durchdekliniert und Scrabble-Optimierungen gesucht, wir sind einfach eine ziemlich verspielte und lustvoll geistige Familie; auch mnemotechnisch war das Gebiet "Namen" hervorragende Trainingsareal: wer ist Tochter von wem, wie hieß der Großonkel mütterlicherseits in den USA dazu? Wahrscheinlich entstand so meine Lust am Spiel mit der Sprache und meine interessierte Hinwendung zur Etymologie.

Dann entdeckte ich aber das:
"Alfred der Große (auch Ælfred von altenglisch Ælfrēd; * 848 oder 849 in Wantage, Oxfordshire; † 26. Oktober 899) war ab 871 König der West-Sachsen (Wessex) und ab etwa 886 der Angelsachsen. Er war der jüngste der fünf Söhne des 858 verstorbenen Westsachsenkönigs Æthelwulf und seiner ersten Frau Osburga. Seine besondere Bedeutung für die englische Geschichte liegt darin, dass er nach erfolgreicher Abwehr der Wikinger die Grundlagen für eine Vereinigung der angelsächsischen Königreiche unter der Hegemonie von Wessex schuf sowie die altenglische Sprache und Literatur förderte." 

Das verwirrte mich. Hat meine Familie doch eher französisch-spanische sowie österreichisch-ungarische Wurzeln in der k.u.k. Doppelmonarchie, von Britannien dagegen ist mir nichts bekannt. Andererseits war der Name Alfred ja in Deutschland seit 1900 sehr geläufig, und wie oft wurde ein Knäblein nach einem Onkel benannt, der als potentieller späterer Erbonkel nicht vergrault werden sollte. Familienpolitik eben.


Karolus - Charles - Karl

Die Verwirrung aber blieb. Wieso kein französischer Name? Oder ein so schöner alter wie Karl (der Große)? Die Verwirrung setzte ich fest und wuchs sich aus, bis heute nicht aufgelöst. Vermutlich liegt hier der Urkeim späterer interner psychisch-funktionaler Differenzierungen, die andere Menschen, die keine Subtilität kennen und daher auch nicht verstehen, dann gelegentlich aufs äußerste verwirrt.

Diese Menschen halten sich dann etwas darauf zugute, wenn sie unter Verletzung mehrerer Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes und des Strafgesetzbuches vorsätzlich besonders geschützte persönliche Daten im Internet veröffentlichen, die sie sich illegal beschafft haben. Aber dazu ein andermal...

Für heute mag die Zusammenfassung genügen:
  1. Es gibt Vornamen, und es gibt Familiennamen 
  2. Manche Menschen haben mehrere Vornamen 
  3. Manche Menschen haben Doppelnamen als Familiennamen  
  4. Manche Menschen haben Kosenamen 
  5. Manche Menschen haben eine Namenskombination, die weltweit einzigartig ist 
  6. Manche Menschen publizieren unter Pseudonym (Tucholsky!) 
  7. Manche Menschen haben Probleme mit dem resp. den Namen Anderer 
  8. Manche Menschen haben Probleme mit anderen Menschen 
  9. Manche Menschen haben Probleme damit, die Privatsphäre anderer Menschen zu respektieren 
  10. Manche Menschen haben Probleme damit, sich gesetzeskonform zu verhalten   

Speziell die beiden letzten Gruppen sind zwar in aller Regel erkenntnisfrei - da völlig belehrungsresistent - doch macht es immer wieder Spaß, sie nach der Maßgabe "manche lernen's nie, andere brauchen noch länger" zwar formal scherzhaft, aber inhaltlich völlig ernstgemeint(!), immer wieder der Anmutung auszusetzen, es doch noch zu be-greifen.

Und wenn es - symptomatisch - nur das ist, wenigstens zu akzeptieren, woher ihre blutige Nase kommt: von der eigenen Dummheit.


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